Seit der Notwendigkeit oder erzwungenen Erkenntnis der Nützlichkeit von Home-Office alias Heimarbeit, stellt sich nicht nur unter Linux die Frage nach "Remote Desktop" Lösungen. Zwar gibt es RustDesk, anyDesk, Teamviewer, Teams auch als Lösungen unter GNU/Linux. Aber man braucht ja nicht immer eine Lösung über einen externen Vermittler. Es gab doch mit rdp und vnc auch Lösungen für Linux. Gehen die inzwischen bequem, einfach und damit brauchbar und vernünftig? Kurz: Unter KDE: Ja!
Primär wohl eher die Lösung im eigenen, lokalen Netz, um mal schnell auf den Server zuzugreifen, grafisch. Oder auf dem PC am Fernseher. Natürlich auch per VPN nach der Verbindung ins Heimische- oder Firmen-Netz.
Für KDE benötigt man die Pakete krdc, der Client alias das Programm mit dem man auf den entfernten Rechner zugreifen will. Und krdp, die Server-Komponente, die den Bildschirm über das Netz freigibt und die Fernwartung oder Fernarbeit möglich macht.
Anbieten!
Starten wir mit krdp. Je nachdem welchen Paketmanager Sie haben, wird das entsprechen installiert. Zum Beispiel sudo apt install krdp (für devuan oder Ubuntu und Derivate) oder sudo pacman -S krdp (für Artix Linux oder Arch Derivate) oder sudo eopkg install krdp (für Solus Linux Plasma).
Nach der erfolgreichen Installation sollte in den KDE Systemeinstellungen unter Netzwerk der Punkt Remote Desktop, oder auf Deutsch Entfernte Arbeitsfläche erscheint. Und das ist auch der Grund für die Einschränkung auf KDE. Denn kdp lässt sich meiner Erfahrung nach unter einem anderen Desktop Environment (DE) nicht konfigurieren.
Die vorzunehmenden, bereitgestellten Einstellungen und notwendigen Freigaben sind meiner unmaßgeblichen Meinung nach, nicht intuitiv, weswegen die Erklärung hier etwas ausführlicher ausfällt.

Schritt 1: Je nach Distribution kann nach der Installation von krdp ist eventuell ein Benutzer bereits hinzugefügt. Ansonsten muss man das nachholen. Benutzernamen + Neuen hinzufügen ... anwählen, einen vorhandenen (?) Benutzer anlegen mit Benutzernamen und Passwort.
Schritt 2: Falls ein rdp Server immer angeboten werden soll, den Hacken für Bei Anmeldung automatisch starten setzen. Und hier der Hinweis: Der krdp Server ist erst dann und nur dann verfügbar, falls auf dem Rechner auch ein Anwender angemeldet ist. Nach einem Neustart nicht unbedingt der Fall. Dafür eignet sich eventuell xrdp (siehe unten).
Schritt 3: Die Einstellungen anwenden, ja genau, indem man den Button "Anwenden" klickt (Links unten?).
Schritt 4: Bis jetzt läuft noch nichts, deswegen den rdp-Server aktivieren, mittels des Schiebe-Reglers links oben.
Bestätigung: Es sollte nach dem aktivieren des rdp-Servers die IP (IPv4 & IPv6) erscheinen, über die der Server erreichbar ist.
Eigentlich sollte der Server damit laufen. Je nach Distribution und Init-System kann eventuell ein Neustart notwendig sein.
Zugriff!
Von einem anderen Rechner. Dort krdc installieren. Es gibt auch andere rdp (vnc) Clients alias Software zur Fernwartung, ich beschränke mich hier aber auf krdc. Nach dem ersten (?) Start muss man natürlich einen rdp-Server eingeben. Ich nutze hier einen weiteren Rechner, auf dem beide Programme (krdc & krdp) auch laufen.
Schritt 1: Das genutzte Protokoll auf rdp stellen.
Schritt 2: Dann die IP-Adresse des rdp-Servers eingeben.
Schritt 3: Das komische Icon klicken, das gegen den Uhrzeiger-Sinn gedrehte V mit einem Punkt vor der Spitze.

Im nächsten Dialog sollte man zumindest die Tastatur richtig auswählen. Später, falls man den Server öfter nutzt, kann der Dialog auch ausgeblendet werden.
Folgt ein weiterer Dialog mit der Abfrage der Zugangsdaten für den entfernten rdp-Server. Benutzername, Domän (in der Regel bleibt das Feld leer), und das Passwort. Und das Schöne an KDE, die Zugangsdaten darf man ins KDE Wallet speichern, wenn man möchte.
Und noch nicht am Ziel, denn zumindest beim ersten Zugriff fragt krdc noch, ob das Zertifikat des rdp-Servers gespeichert werden soll.
Aber jetzt: Ist der Rechner an, ein User angemeldet, mit dem Netz verbunden dann sollte ...

... die Fernwartung möglich sein.
Mit Anmeldung
Nochmals zur Erinnerung: Eine Verbindung mit dem krdp Server ist dann und nur dann möglich, falls ein Nutzer auf dem Rechner angemeldet ist. Für einen Rechner, der auch mal einen Neustart hinlegt (oder per ssh neu gestartet wird) nicht unbedingt die ideale Lösung. Man müsste ja zum Rechner laufen und sich anmelden. Das folgende ist auch keine Lösung, falls der Rechner etwas anzeigen soll, eine Lösung, nach dem booten sich auf der grafischen Oberfläche anzumelden. Dafür benötigt man dann doch anyDesk oder eine andere Lösung.
Aber manchmal genügt ja auch sich mit einer GUI auf dem entfernten Rechner anzumelden. Dazu genügt xrdp. Die Einschränkung, weshalb das oft beim ersten Versuch scheitert: Ein Nutzer kann nur einmal (via GUI) angemeldet sein. Entweder direkt am Rechner selbst oder per xrdp. Das heißt, möchte man auf dem Rechner, an dem man angemeldet ist sich auch per Netz via xrdp anmelden, benötigt man einen zweiten Nutzer auf dem Rechner. Sinnvoll das vorher anzulegen und zu testen.
Für die Gruppe, die diesen Anwenderfall benötigen: xrdp installieren. Je nach Desktop Umgebung (KDE, Bungie, XFCE, ...) gibt es noch nottwendige Erweiterungen hierfür. Eventuell muss man auch eine Datei unter /etc/X11/ anlegen oder ändern: Xwrapper.config.
Je nach Init-System muss man dann den Dienst xrdp starten und oder für später aktivieren / anlegen.
Ist das geschafft, kann man sich vom anderen Rechner aus per rdp einwählen. Daran denken, ist bereits ein Nutzer angemeldet, dann mit einem anderen Benutzernamen.